Hamburger Mayday Parade 2005
euromayday webredaktion , 02.05.2005 00:00
Unter dem Motto "Ein Sonntag für globale Rechte" feierten 3-4000 Menschen die erste Hamburger Euromayday Parade. Bei strahlendem Sonnenschein ging die Parade an Orten prekarisierter Arbeits- und Lebensverhältnisse vorbei (Route), u.a. Lidl und Flüchtlingsschiff. Sambabands, Theatergruppen, verschiedene Themenwagen, U-Site und Silly Walks Soundsystems, Microphone Mafia, etc., machten die Parade zu einer bunten Party (Weiter...).
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In anderen europäischen Städten (Mailand, Barcelona, Sevilla, Wien, Paris, Kopenhagen, Stockholm, Helsinki, Liege, etc) beteiligten sich zehntausende Menschen an Euromayday Paraden, an vielen weiteren Orten (London, Amsterdam, Jyväskylä/Finland, Leon/Spanien etc.) fanden Mayday Aktionen statt. Internationale Kurzberichte: Globalproject / Indymedia /
Aber EuroMayday ist nicht nur eine Parade. Euromayday ist eine europaweite Mobilisierung und Vernetzung rund um prekarisierte Arbeits- und Lebensverhältnisse. Die Hamburger Mayday Parade war eingebettet in ein umfangreiches Veranstaltungsprogramm, das über den gesamten Monat April unterschiedliche Aspekte prekarisierter Arbeits- und Lebensverhältnisse thematisierte.
"Das ist die kreativste Demo auf der ich jemals war", sagte ein Teilnehmer während der Hamburger Mayday Parade. 3-4mal so viele Menschen wie erwartet sammelten sich ab 12 Uhr bei strahlendem Sonnenschein und sommerlichen Temperaturen auf der Michelwiese. Dort fanden ein Theaterstück des Flüchtlingsrats und ein "Bolzenschneiderballet" statt, und nach kurzen Reden zu 1-Euro-Jobs und zum Euromayday zog die Parade zu den Landungsbrücken (wo sie von tausenden TouristInnen bestaunt wurde), dann durch St.Pauli und über die Reeperbahn, am Fischmarkt vorbei zum Flüchtlingsschiff, und schließlich zum Platz der Republik in Altona.
Die Parade war eine Mischung aus Party und politischer Themensetzung rund um Prekarisierung. Einerseits war es ein bunter musikalischer Umzug, mit fetten Sounds, Samba, Kostümen, Theater. Andererseits besuchte dieser Umzug aber auch eine größere Anzahl prekarisierter Orte. Redebeiträge gab es zu 1-Euro-Jobs, Studierendenprotesten und Studiengebühren, Aneignung, Sexarbeit, Arbeitsbedingungen bei Lidl und in Hotels der Accor Kette (Ibis), sowie mehrere Beiträge zur Lebenssituation von Flüchtlingen. An mehreren Stellen entlang der Route wurden Transparente aufgehängt, u.a. eins vom Dach der Lidl Filiale am Nobistor, das die Arbeitsbedingungen bei Lidl thematisierte.
Angeführt wurde die Parade von Flüchtlingsinitiativen, die lautstark gegen Abschiebelager und gegen Illegalisierung protestierten. Es folgten ein "Hochzeitswagen", der Scheinehen propagierte, ein Wagen ("Her mit dem schönen Leben") der räumungsbedrohten Hamburger Bauwagenplätze, und ein Theaterwagen der Studierenden. Von der Landkommune, die mit zwei Maultieren angereist war, bis zur Technoparty, die den Abschluss der Parade bildete, war ein denkbar breites Spektrum an Teilnehmenden dabei.
Die Polizei hielt sich größtenteils im Hintergrund und behinderte die Parade kaum. In einer Stadt, in der Polizeispalier ("Wanderkessel") und Polizeiangriffe auf Demonstrationen mittlerweile zum Alltag gehören, war dies eine erfreuliche Ausnahme. Nur zum Ende der Parade wollte das grüne Team scheinbar nochmal Präsenz zeigen, parkte geschickt die für die Paradenwagen vereinbarten Abstellplätze zu und zog eine konfus wirkende Polizeikette auf.
Die ParadenteilnehmerInnen ließen sich hiervon nicht irritieren und feierten auf dem Platz der Republik eine Abschlussparty. Ein umjubelter Auftritt der Hiphopper von der Microphone Mafia beendete den ersten Hamburger Euromayday.
Ein weiterer Bericht findet sich hier.
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